Brautnacht singen

In Tirol, im ländlichen Bereich, oft noch sehr verbreitet, ist das Brautnacht singen. Es ist ein sehr alter Brauch aber ein sehr schöner Brauch. Früher war es so, dass Braut und Bräutigam vor der Trauung nicht im selben Haus bzw. im selben Bett schliefen. So, dass das Brautnacht singen nur für die Braut galt. Denn es war ursprünglich gedacht als Abschied von ihrem Leben als Jungfrau und verlassen des Elternhauses.

Heute wird das Brautnachtlied zwar auch nur der Braut vorgetragen aber für den Bräutigam hat man mittlerweile andere Aufgaben. So kann man z.B. zwischen den einzelnen Strophen des Liedes, altes Porzellan zerschlagen, welches der Bräutigam anschließend zusammen kehren muss.

Freunde und Verwandte schließen sich zusammen und ziehen am Abend vor der Hochzeit mit Fackeln zur Braut. Wenn die Braut die Tür öffnet wird das Brautlied gesungen. Anschließen gibt es oft eine Jause und ein kurzes Beisammensein.

Mittlerweile wird das Brautnacht singen oft nicht mehr am Vorabend der Hochzeit, sondern eine Woche vorher gemacht. Dadurch kann man danach länger zusammen sitzen und feiern.

Der Text:

Die Sonne neiget sich,
sie geht zur Ruh,
sie wirft den letzten Blick
dir freundlich zu.
Es ist das letzte Mal
dass dich der Sonnenstrahl
in deinem Kämmerlein
als Braut dir scheint.

Vertrau auf den lieben Gott,
und habe Mut,
er hilft dir in Angst und Not,
ist ja so gut.
Wünscht dir Himmelsbraut
ein wahres Glück, ja Glück,
weil tief ins Herz dir schaut,
ihr milder Blick.

Die Sternlein ohne Zahl,
in ihrer Pracht,
wünschen dir tausend Mal,
eine gute Nacht.
Hast du geprüft dein Herz,
treibst du damit nicht Scherz,
es ist die letzte Nacht,
junge Braut gib Acht.

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